Snøhetta

In 2016 waren wir schon einmal in Norwegen am Snøhetta, leider bei ungünstigem Wetter. Ein Shuttlebus ermöglicht die Zuwegung durch das ehemalige Militärgebiet, das jetzt Rückzugsgebiet für Moschusochsen und wilde Rentiere ist, bis zur bewirtschafteten Hütte Snøheim. Verkehr über die Zufahrtstrecke stört die Tiere und man hat das genauer untersucht, aber die Lösung mit dem Shuttlebus wird offenbar beibehalten, ebenso das  gleichzeitige Verbot übrigen Kraftverkehrs.
Dieses Jahr spielt das Wetter mit, die Vorhersage bei yr.no ist zutreffend: den ganzen Tag schön.

Auf der Karte sieht man den eingezeichneten Weg, der von Snøheim in relativ gerader Linie auf den Berg zuführt, über den Hang nach oben und dann auf dem Grat bis zur Spitze, dem Stortoppen. Die dunkel schraffierte Fläche unterhalb des Grates ist jetzt – Ende Juni – allerdings als großes Schneefeld. Vom Stortoppen kann man oben zu Midttoppen und Vesttoppen weitergehen auf der anderen Seite des Gletschers wieder zurück in Richtung Snøheim.

Auch weiter unten gibt es in diesem Jahr noch Schneeflächen. Nach über einer ganzen Weile erreichen wir Gamle Reinheimen, die ehemalige Hütte am Snøhetta, die bis Mitte des letzten Jahrhunderts betrieben wurde. Die neue Hütte wurde dann wenige Jahre später mit der Übernahme durch das Militär zu Snøheim umbenannt.

Der Weg führt ab jetzt nur noch über verschieden große Steine weiter, erkennbar an den in Abständen aufgestellten hohen Eisenrohren – wie man im nächsten Bild sieht:

Um die Mittagszeit sind wir schon recht weit oben. Aber der Weg bis hierher hat viel mehr Zeit und Kraft gekostet als gedacht und wir werden immer langsamer.

Und eine halbe Stunde später sind wir auf dem großen Schneefeld. Man muss mit jedem Schritt aufpassen, dass die Schuhe auf dem von der Sonne aufgeweichten Schnee Halt finden. Schon bald beschließen wir den Abbruch der Unternehmung – schließlich wird auch der Weg nach unten noch einmal anstrengend. (Später hören wir von anderen Wanderern, dass sie von hier aus noch eine 3/4-Stunde bis oben gebraucht haben.) Wir sind laut Handy noch ungefähr 170 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Noch einen Moment die Aussicht genießen …

Wenn man genau schaut, sieht man im mittleren Bild etwas rechts unterhalb der Mitte den ausgetretenen Pfad zur Hütte.

Von hier aus wandern wir wieder bergab. Die Stangen führen uns, aber wir bemerken nicht rechtzeitig, dass der Weg sich gabelt und wir nicht wie auf dem Hinweg über die Flanke des Berges nach unten gehen. Der Weg ist etwas weniger steil, ist aber auch länger, und die Steine, über die man seine Schritte suchen muss, sind genauso groß und durcheinander gewürfelt.

Zwei Mädchen laufen an uns vorbei und biegen ab in Richtung Nordosten. Wir folgen den Stangen weiter nach unten und schlagen einen großen Bogen wieder in Richtung Snøheim, über mehrere Schneefelder, deren Schnee inzwischen ziemlich weich ist; da ich ein paarmal bis zur Wade einsacke, umgehen wir diese Flächen, wo es möglich ist. Und zu guter Letzt müssen wir auch noch über einen breiten, munter fließenden Wasserlauf balancieren, über Steine, die teilweise unterhalb der Wasseroberfläche liegen und glitschig sind. Trotzdem erreichen wir noch rechtzeitig den Shuttlebus um 17:45.
Am Abend ist dann nur noch Ausruhen angesagt …

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